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Unbenanntes Dokument
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Implantatfibel
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1. Was ist eigentlich ein Implantat? |
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"Implantate" sind im Bereich der Zahnheilkunde und Kieferchirurgie künstliche Zahnwurzeln, die in den Kieferknochen eingebracht werden. Implantate sind aus gewebsfreundlichen Materialien (hauptsächlich Titan, gelegentlich Keramik) hergestellt, welche vom Knochen nicht nur reizlos akzeptiert werden sondern in diesen "innig einwachsen" (Osseointegration). Auf das Implantat wird dann der Zahnersatz (Krone, Brücke, Prothese) aufgebaut. |
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2. Was kostet ein Implantat? |
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Auch im Internet dürfen Ärzte aus berufsrechtlichen Gründen keine Preisangaben machen. Ohne genaue Kenntnis der vorliegenden Situation ist aber jede Preisangabe für Sie als Patient auch wenig wert. Auf jeden Fall ist eine persönliche Beratung und Untersuchung erforderlich, da der Preis von dem operativen Aufwand abhängig ist und dieser nur nach einer Untersuchung abgeschätzt werden kann. |
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3. Welche Krankenkassen bezahlen Implantate? |
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Hier stellt sich in der Regel der privat versicherte Patient besser als der gesetzlich Versicherte, denn die privaten Krankenversicherungen zahlen meist die Implantate. Zur Abschätzung der Erstattung wird aber in aller Regel die Einreichung eines Kostenvoranschlages verlangt. Die gesetzlichen Krankenkassen dürfen Implantate nur in ganz seltenen Extremsituationen zahlen (z. B. extremer Knochenschwund, Zustand nach Operation, Bestrahlung oder Chemotherapie bei bösartigen Erkrankungen im Kopf- und Kieferbereich (Krebs), nach nicht selbstverschuldetem Unfall, Zustand bei angeborener Lippen-Kiefer-Gaumenspalte); hierbei wird in der Regel ein Gutachten eines unabhängigen und von der Krankenkasse beauftragten Gutachters benötigt! |
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4. Verwendete Materialien? |
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Die von mir verwendeten Implantatsysteme sind aus medizinischem Reintitan, welches sich gut mit dem Knochen verbindet (Osseointegration). Titan hat eine gute Stabilität bei niedriger Sprödigkeit. Die früher verwendeten Keramikimplantate zeigten auch eine sehr gute Einheilung, hatten aber wegen der höheren Sprödigkeit nach gewisser Zeit oft Brüche. Es wird aber ständig an der Verbesserung der Eigenschaften beider Werkstoffe gearbeitet, wobei für die nächsten Jahre Titan der Werkstoff der ersten Wahl bleiben wird. |
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5. Abstoßungsreaktionen? |
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Die von mir verwendeten Implantate sind aus medizinischem Reintitan. Das Reintitan ist besser verträglich als Gold und weist kaum Allergien auf. Dementsprechend treten Abstoßungsreaktionen infolge einer Allergie bei Implantaten extrem selten auf. Der frühe Implantatsverlust (im ersten Jahr nach Implantation) hat mit der Operationssituation (viel Druck beim Bohren, große Hitze, sehr harter Knochen) zu tun. Der späte Implantatsverlust (nach einem Jahr und später) geht auf das Konto des Patienten und seiner Mundhygiene - wenn z.B. Entzündungen auftreten. Häufig wurden früher Entzündungen, die natürlich auch bei Implantaten auftreten können, fälschlicherweise für Abstoßreaktionen gehalten - es ist aber meist wirklich "nur" eine Entzündung. Heute weiß man auch im Gegensatz zu früher, dass Titan zur direkten Osseointegration (direkter Verbund) zum Knochen fähig ist und echte Abstoßungsreaktionen eigentlich nie vorkommen. Titan hat bisher viele Erwartungen erfüllt, aber trotzdem wird ständig an einer weiteren Verbesserung geforscht. Schwerpunkte der Forschung sind zum einen eine Oberflächenoptimierung des Titans (siehe SLA der Firma Straumann), aber auch völlig andere Materialien oder die Stammzellforschung, die am völligen Ersatz verlorengegangener Zähne durch neu nachwachsende Zähne arbeitet. |
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6. Funktionsdauer eines Implantats? |
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Beabsichtigt ist natürlich, dass Implantate möglichst lange in Funktion bleiben. Implantate erfüllen die Funktion natürlicher Zähne und ragen wie natürliche Zähne durch die Schleimhaut in die Mundhöhle. Daher sind sie auch den ungünstigen Faktoren der Mundhöhle ausgesetzt, wie zum Beispiel Zucker, Säuren, Zahnstein, Speisereste, Zahnbeläge und den damit verbundenen Krankheitserregern. Bei schlechter Pflege können ähnliche Prozesse (Periimplantitis) wie beim natürlichen Zahn (Parodontitis) entstehen. Diese Entzündungen können über Zahnfleischtaschen zu einem Knochenschwund führen und so das Implantat lockern. Voraussetzung für einen Langzeiterfolg ist daher die gute Mundhygiene, die mit einer dauernden Betreuung auch nach der Fertigstellung der Arbeit durch den Zahnarzt unterstützt werden muss (siehe auch Langzeitkontrolle, Recall). Gefährdend für den Langzeiterfolg sind starkes Rauchen und bestimmte Allgemeinerkrankungen wie Diabetes Typ I (Insulinspritzen), längere Cortisonbehandlung z. B. bei bestimmten rheumatischen Erkrankungen - aber auch ein schlechtes Knochenlager oder eine vorausgegangene Bestrahlung sowie Parafunktionen (Knirschen). Die eben genannten Risikofaktoren verschlechtern/erschweren bereits die Implantationsoperation. Dieses Risiko muss im Einzelfall bestmöglich vor der Implantation abgeschätzt werden. |
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7. Implantate bei zahnlosem Kiefer |
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Auch hier gibt es wie immer verschiedene Meinungen. Angestrebt werden am häufigsten 4 Implantate beim zahnlosen Unterkiefer (Stellungnahme der DGZMK 3/98). 2 Implantate verbessern zwar den Halt, bieten aber weniger Stabilität als 4 Implantate. Möchten Sie als Patient eine festsitzende Lösung (also nur noch durch Lösen von Riegeln oder Schrauben zur Reinigung entfernen, oder fest zementiert), so müssen mindestens 6 Implantate im Unterkiefer und 8 im Oberkiefer eingebracht werden. Natürlich muss man individuell die Anzahl der Implantate anhand der vorliegenden anatomischen Situation (Knochenhöhe-breite-dichte etc.) und unter Berücksichtigung des verwendeten Implantatsystems bestimmen. |
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8. Gute Implantate, schlechte Implantate? |
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Mittlerweile sind allein am deutschen Markt folgende Systeme erhältlich (Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit): Osseotite, Osseotite XP, Camlog, Astra Tech, Semados, bicon, Ad vent, Screw Vent, Micro Vent, Ankylos, Dyna, Frialit II, IMZ Twin Plus, Frialoc, Allfit, VIS, Ha-Ti, KSI-Bauer, Restore RBM, Lifecore, Branemark, Steri-Oss, Spross, Osteoplate, Pitt-Easy, Press-Quick, Impla, Straumann-Bonefit, Tiolox, ZL-Duraplant.... Die Frage nach dem besten System lässt sich so nicht generell beantworten. Die großen Implantatsysteme haben alle ein hohes Niveau erreicht, wobei für alle Systeme Pro und Contra argumentiert werden kann. Es gibt aber kein Implantat, das in allen Teilaspekten allen Anderen überlegen ist. Wir verwenden das Bonefit-Implantat der Firma Straumann aus Freiburg und das Frialit II der Firma Friadent aus Mannheim. Beide verfügen über eine Vielzahl von verschiedenen Implantatformen und unzähligen Aufbauteilen für nahezu jede anatomische Situation. Beide werden seit vielen Jahren in Deutschland produziert und auch die Versorgung mit Ersatzteilen (Verschlussschrauben, Abformzylinder etc.) war bisher und wird auch künftig im Vergleich zu preiswerteren Implantatsytemen gewährleistet sein. Weiterhin haben beide Firmen einen guten Service und Außendienst der mir und Ihrem Zahnarzt beratend vor Ort zur Verfügung steht. Insofern ist ein gewisser Mehrpreis zu verantworten. Auch liegen für beide Systeme ausreichend lange Beobachtungszeiträume und klinisch wie wissenschaftlich sehr gute Ergebnisse vor. |
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9. Sofortimplantate? |
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Übergangsimplantate? Sowohl theoretisch als auch praktisch sind Sofortimplantate unter bestimmten Voraussetzungen möglich, denn die sofortige Implantation hat den Vorteil einer kürzeren Wartezeit und vor allem einer schnelleren Nutzung des noch vorhandenen Knochens, da sich der Alveolarknochen oft sehr schnell nach der Zahnentfernung abbaut. Der nach Zahnentfernung vorhandene Knochen muss stabil sein und darf keinerlei Entzündung aufweisen. Bei der Beurteilung dieser Situation ist ein Operationsmikroskop (bei uns Zeiss Opmi) sehr nützlich. Leider sind die oben genannten Voraussetzungen in der Mehrzahl der Fälle nicht gegeben. So wird aus Sicherheitsgründen in der Regel 8 Wochen abgewartet. In diesem Zeitraum hat sich in der Knochenhöhle des entfernten Zahnes neuer funktionstüchtiger Knochen gebildet und der Restknochen unterliegt noch nicht der Resorption und Inaktivitätsatrophie (Schwund). Eine gute Möglichkeit, Patienten nach Zahnverlust umgehend zu helfen, bieten Übergangsimplantate (Fa. Branemark, IPI = Immediate Provisional Implant). Es handelt sich hier um dünne Implantate (gleiches Material wie die endgültigen Implantate, nur andere Form und Größe), die sofort belastbar sind, um dem Patienten sofort nach Operation einen verbesserten Halt des Zahnersatzes zu bieten und die wieder entfernt werden müssen, sobald die definitiven Implantate fest eingeheilt sind. |
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10. Vollnarkose oder Teilnarkose (Spritze)? |
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Implantate werden gewöhnlich in örtlicher Betäubung, also nach einer Spritze gesetzt. Auf jeden Fall sollte der Patient aber nicht selbst nach der Operation fahren, sondern sich nach Hause fahren lassen, da die Belastung doch größer ist als bei einer gewöhnlichen Zahnarztbehandlung. Eine Vollnarkose ist nur dann ratsam, wenn der Eingriff mit einer örtlichen Betäubung nicht möglich ist wegen zu langer OP-Dauer oder bei zu ängstlichen Patienten. Weiterhin besteht die Möglichkeit einer Beruhigungsspritze (Analgosedierung), die den Patienten in einen schlafähnlichen Zustand versetzt. Bei Herz-Kreislaufrisikopatienten ist aufgrund der Allgemeinerkrankung eine Vollnarkose ratsam. Auch diese Möglichkeit ist selbstverständlich in meiner Praxis gegeben. |
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11. Arbeitsunfähigkeit nach Implantation? |
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Meist muss 3- 4 Tage nach der Operation pausiert werden. Genauere Angaben können erst nach einer Untersuchung und Abschätzung des operativen Aufwandes gemacht werden. Oft genügt aber ein langes Wochenende um bei guter Pflege und guter Mitarbeit (Kühlung, Einnahme abschwellender Medikamente, körperliche Ruhe) am nächsten Wochenanfang wieder arbeiten zu können. |
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12. Beschwerden nach Implantation? |
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Genauere Angaben können auch hier erst nach einer Untersuchung und Abschätzung des operativen Aufwandes gemacht werden. Häufig traten Beschwerden für einige Tage auf, die aber mit Schmerzmittel gut zu unterdrücken sind. Weiterhin kommt es zur Schwellung. Die Schwellung steigert sich in den ersten zwei Tagen nach dem Eingriff und lässt dann wieder nach. Das Ausmaß der Schwellung ist sowohl von der Größe des Eingriffes als auch der Kühlung durch den Patienten abhängig. Weiterhin kann ein sichtbarer Bluterguss oder auch ein Taubheitsgefühl im Bereich der Haut oder Schleimhaut auftreten. |
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13. Einheilzeiten von Implantaten? |
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In Abhängigkeit von der Lage, Knochenangebot und späterer Belastung des Implantates sind die Fristen unterschiedlich; im Unterkiefer wird durchschnittlich 4 Monate und im Oberkiefer 6 Monate gewartet. Im vorderen Bereich des Unterkiefers kann man bei stabilen Verhältnissen und bei Verblockung der Implantate (Steg) die Wartezeit noch weiter reduzieren. Im hinteren Bereich des Oberkiefers oder nach umfangreichem Knochenaufbau ist der Knochen zunächst so weich, dass 9 Monate abgewartet werden sollte. Weiterhin wird die Wartezeit aber nicht nur von der Lage des Implantates sondern auch von dem Gesamtzustand des Patienten beeinflusst. So läuft die Knochenheilung beim jungen gesunden Patienten viel schneller ab als beim älteren Diabetiker. |
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14. Verkürzung der Einheilzeiten? |
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Durch Implantatoberflächen mit neuem Design (SLA bei Straumann steht für säuregeätzt, grob sandgestrahlt) kann aufgrund der Mikroporositäten eine Verkürzung der Einheilzeit erreicht werden; eine uneingeschränkte Sofortbelastung, wie für Osseotite der Firma 3i beansprucht, halte ich aber für Nonsens. Eine gewisse Skepsis ist dementsprechenden Aussagen der Industrie immer entgegegenzusetzen, denn der Kieferknochen braucht zur Heilung wie jeder andere Knochen auch eine gewisse Mindestzeit und diese sollte auch dem Patienten zuliebe nicht unterschritten werden. Es ist erfreulich und wichtig, dass an der Oberflächenveränderung von Implantaten so intensiv geforscht wird, um die Einheilzeit zu verkürzen. Von der Seite der Hygiene darf die Oberflächenvergrößerung der Implantate mit Hilfe einer Anrauhung aber nur im osseointegrierten Bereich des Implanates erfolgen. Auch wenn die Einheilzeit dadurch verkürzt werden kann, so besteht doch die Gefahr einer Bakterienbesiedlung an den künstlich stark zerklüfteten Implantatoberflächen. Auch hier zeigen die von mir verwendeten Systeme von Friadent und Straumann ihre Vorteile, da sie im Schleimhautübergangsbereich glatt oder glattpoliert sind. Ein anderer Ansatz um die Einheilzeit zu verkürzen betrifft die im Patientenblut vorhandenen körpereigenen Wachstumsfaktoren. Das Blut enthält verschiedene Anteile. Im Plasma außerhalb der (Sauerstoff tragenden) roten Blutkörperchen gibt es viele Eiweiße, welche die Neubildung von Knochen fördern. Dazu wird vor dem Eingriff Blut aus dem Arm abgenommen, in einer Zentrifuge die einzelnen Bestandteile getrennt und schließlich das gewünschte Plasma mit einer erhöhten Konzentration von diesen nützlichen Eiweißen wieder in die Wunden zurückgegeben. Die Patienten haben nach meiner Erfahrung auffällig schnell und unproblematisch heilende Wunden. Ich denke, dass man weitergehende Untersuchungen abwarten muss, bis man davon ausgehen kann, dass Implantate mit Eigenplasmaretransfusion auch sofort belastet werden können. Diese sogenannte PRP-Technik steht Ihnen aber auch in meiner Praxis zur Verfügung! |
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15. Implantate bei Kieferkammschwund? Sinuslift? |
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Für einen sicheren Langzeiterfolg sollte der Kiefer in der Regel eine Breite von mindestens 5 mm und eine Höhe von 10 mm haben. Die Kieferhöhe und Breite lässt sich durch eine Röntgenübersichtsaufnahme, Untersuchung und ggf. einer computertomographische Untersuchung(CT) bestimmen. Sollte nicht genug Knochen vorhanden sein, so ist ein Knochenaufbau möglich. Zum Knochenaufbau verwende ich, je nach der benötigten Menge: die Knochenspäne aus dem Bohrloch des Implantates, Knochen aus anderen Abschnitten des Kiefers oder bei größerem Bedarf auch aus dem Beckenknochen oder Unterschenkelkopf. Knochen aus dem Beckenkamm wird insbesonders gerne zum Aufbau des Knochens im Seitenbereich des Oberkiefers verwendet. Dort geht der Knochen bei Zahnlosigkeit zugunsten der Kieferhöhle verloren. Mit einer sogenannten Sinusbodenelevation, oft auch Sinuslift genannt, wird dieser Raum wieder mit Knochen aufgefüllt. 5 Monate später kann dieser neugeschaffene Knochen dazu verwendet werden, Implantate zu halten. Bislang bevorzuge ich, wie auch meine bisherigen Patienten, aber gerne eine Mischung aus Eigenknochen und synthetischem Knochenersatzmaterial auch wenn ein größeres Knochenvolumen aufgebaut werden muss, da hierdurch ein weiteres Wundgebiet entfällt. Auch sind die Schmerzen im Beckenbereich nach einer Knochenentnahme zumindest eine Erwähnung wert - Sie verstehen?! Weiterhin kann zur ortsständigen Knochenvermehrung auch eine sog. Distraktionsosteogenese (gesteuerte Knochendehnung) durchgeführt werden. |
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16. Generell Knochenaufbau vor Implantation? Distraktionsosteogenese?/ BMP´s |
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Das Grundprinzip bei der Implantatsetzung lautet, dass das Implantat fest im Knochen sitzen muss. Wenn dies nicht gewährleistet ist, dann muss der Knochen vorher aufgebaut werden. Dies geschieht dann einige Monate zuvor. Weiterhin besteht die Möglichkeit, kleinere Defekte mit speziellen Membranen und Knochenersatzstoffen aufzufüllen (siehe auch Kapitel GTR dieser Homepage). Zur Vermeidung des Entnahmeeingriffes bei der Eigenknochenverpflanzung werden immer wieder neue Knochenersatzstoffe entwickelt. Bisher konnte aber keines in unabhängigen Langzeituntersuchungen den eigenen Knochen als Goldstandard ersetzen. Im Augenblick sind erhältlich und gängig: Biogran, Cerasorb, Algipore, Bio Oss Spongiosa -Corticalis-Collagen, Fisiograft, PerioGlas, KSI-Tricalciumphosphat, BioResorb, Colloss, Biobase, Tutodent. Aufgrund der wissenschaftlich nachgewiesenen knochenbildenden Potenz setze ich gerne Cerasorb ein. Ich rechne nicht damit, dass eigener, verpflanzter Knochen für alle Ewigkeit der "Goldstandard" bleibt. F ür die nächsten Jahre ist jedoch keine bessere Substanz in Sicht. Zum Glück lassen auch Untersuchungen über BMP´s (Bone-morphogenetic proteins= knochenbildende Proteine) oder die Distraktionsosteogenese vielversprechende Ergebnisse erwarten. Dies ist ein vom russischen Chirurgen Illizarov entwickeltes Verfahren zur Dehnung eines zu kurzen Knochens. Je nach Erfordernis und verwendeter technischer Appartur (Distraktor) kann heutzutage in fast jede beliebige Richtung des Raumes gedehnt werden. Nach einer Dehnphase von etwa 6 Wochen und einer kurzen Haltephase ist dann die Implantation möglich. |
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17. Patientenhöchstalter bei Implantation? |
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Entscheidend ist nicht das kalendarische Alter, sondern das biologische Alter. Hierbei stellt die Implantation bei einem Risikopatient (zum Beispiel nach Organverpflanzung, Hochdruck und Diabetes) meiner Meinung nach ein höheres Risiko dar, als das nominell höhere Alter bei einem rüstigen Patienten in gutem Allgemeinbefinden und mit stabiler Knochenstruktur. |
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18. Implantate im Kinder/Jugendlichenalter? |
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Die Implantation bei Jugendlichen wird zur Unterstützung einer Zahnregulierung oder zum Ersatz verlorengegangener oder nicht angelegter Zähne durchgeführt. Die kieferorthopädisch erforderlichen Spezialimplantate im Gaumen oder hinter der Zahnreihe können eine aufwendigere Kfo-Apparatur (z.B.Headgear= außerhalb des Mundes getragene Apparatur) ersetzen. Jedoch ist der Ersatz von verlorengegangenen Zähnen bei Jugendlichen durch definitive normale Implantate wegen des noch nicht abgeschlossenen Kieferwachstums kritisch zu betrachten. Der Kiefer um ein Implantat wächst nicht normal weiter. Daher sollen Implantate nicht vor dem großen Wachstumsschub gesetzt werden sondern danach. Das heisst bei Mädchen nicht vor dem 14. Lebensjahr und bei Jungen nicht vor dem 16. Lebensjahr. |
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19. Kontrollen / Recall |
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Hierzu möchte ich Sie auf die Extraseiten zur Langzeitnachsorge verweisen. Regelmäßige Untersuchungen der Implantate halte ich für dringend geboten. Frühstadien der Entzündungen sind viel einfacher zu behandeln, als schwere Entzündungen, die schon zu einem Knochenabbau geführt haben. Kontrollen erfolgen nach Implantation nach 7-10 Tagen, dann nach 6 Wochen und in 6-wöchigen Abständen bis zur Freilegung des Implantats. Dann abschließend nach Abschluss aller Arbeiten (auch der Versorgung mit Zahnersatz) beim Hauszahnarzt für eine letzte Kontrolle und Dokumentation (Photo) in meiner Praxis. Anschließend übernimmt Sie Ihr Zahnarzt in sein Recallsystem. Hierbei müssen Sie in den ersten Jahren nach der Implantation mind. 2-4 Mal pro Jahr zu Ihrem Hauszahnarzt zur Kontrolle. Es findet dann eine klinische Kontrolle, Zahnstein- und Belagentfernung, Mundhygieneinstruktion und auch Röntgenkontrolle statt. Die Terminierung nimmt Ihr Hauszahnarzt in Abhängigkeit von Ihren individuellen Erfordernissen vor. Nur die konsequente Pflege und Kontrolle sichert den langfristigen Erfolg dieses hochwertigen Zahnersatzes. |
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Viele weitere Fragen können erst nach einer genauen Untersuchung beantwortet werden oder die Veröffentlichung auf diesen Seiten im Internet würde gegen deutsche berufsrechtliche Vorschriften verstoßen.
Ich bitte um Ihr Verständnis!
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